flatscreen I

Wandinstallation, 2012
Holz; Kunstharzlack; Scans; Klebestreifen

flatscreen I / Buch
OPEN Galerie, Frankfurt a. M.

In einem Zeitraum von einem halben Jahr entstanden sechshundert fiktive Buchtitel. Die Worte, meist Sätze, spielen mit der Sprache, erlauben sich inhaltlich neue Kombinationen, Neu-Formungen, Verformungen und poetische Augenblicke. Nicht selten tragen sie einen Moment des Widerspruchs in sich, der jedoch gerade das Potential der Sprache, ihr Vermögen, steuert.
Titel 344 greift diese Kombination auf wenn es heißt Schwindelerregende Höhen in der Tiefe, sowie die Neu-Formung in Buchtitel 239 Dazugeständnisse. Auch Titel 105 provoziert in Kürze ein Stolpern in ein Neuland der Neurosen wenn es heißt Von den zwanglosen Neurosen.
Die fiktiven Buchtitel entstanden durch eine autobiographische Sammlung von sprachlichen Anfängen, die weitergedacht werden können. So verrät Titel 45 etwa einen Wendepunkt im Leben, indem er anmerkt Rotationen, Seitdem. Sammlung, Ansammlung, Versammlung und Anhäufung von Sprache in ihrer kürzesten Form werden in dieser Installation thematisiert und zugleich reduziert auf den Buchrücken eines nicht vorhandenen Buches. Minimiert auf den Buchtitel und reduziert auf den schmalen Streifen des Buchrückens, übermittelt die Wandinstallation eine Art flatscreen - oder Bildschirm-Charakter. Wir befinden uns innerhalb dieser Bibliothek im Bereich des Nicht-Haptischen und Nicht-Greifbaren. Durch die Flüchtigkeit der Arbeit, die auf den schweren materiellen Körper verzichtet, erfährt die Sprache selbst, im Wort, eine immer auch räumlich vorhandene, bewegliche Ausdehnung.

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