European Theatre

Installation bestehend aus 5 Fotografien (je 50 x 75 cm)
und zwei Videos (je ca. 3 Min., Farbe, ohne Ton)
2005

Anfang der 1980er Jahre – auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges – gerät ein kleines Dorf nahe der innerdeutschen Grenze in den Mittelpunkt eines von us-amerikanischen Militärs entwickelten Szenarios für einen mit Atomwaffen geführten dritten Weltkrieg zwischen NATO und Warschauer Pakt. Bekannt wird dies durch eine in den USA ausgestrahlte Fernsehdokumentation über die Verteidigungsstrategie der Vereinigten Staaten. Darin entwicklen US-Generäle Strategien für einen „begrenzten Atomkrieg“ in Mitteleuropa, das im Sprachgebrauch der Militärs „european theatre“ (europäischer Schauplatz) genannt wird.

Das deutsche Fernsehen verhindert eine Ausstrahlung der Dokumentation in der Bundesrepublik. Aktivisten der Friedensbewegung gelingt es jedoch eine Kopie des Films zu erhalten. In der Folge wird der Film zu einem wichtigen Aufklärungsinstrument der deutschen Friedensbewegung. Die Installation „European theatre“ stellt Ausschnitte dieses Films einer Serie von fünf Fotografien gegenüber, die den Ort heute – über 20 Jahre nach dem Erscheinen des Filmes – zeigen.

Die Filmausschnitte zeigen zum einen amerikanische Generäle bei Lehrgängen für atomare Kriegsführung, u. a. um ein Modell des Dorfes stehend. Dem gegenüber stehen Filmausschnitte, die die Bewohner des Dorfes bei einer öffentlichen Vorführung des Filmes zeigen.
Auf den Fotografien erscheint das Dorf menschenleer, mit karger Vegetation und ohne Fahrzeuge auf den Straßen, wie ausgestorben, wie ein Modell
seiner selbst.

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Installationsansicht basis,   - Frankfurt 2008

Installationsansicht basis,   - Frankfurt 2008

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