Dies alles, Herzchen, hat einmal uns gehört

2008
Installationsansichten, Frankfurter Kunstverein 2012

Installation bestehend aus zwei Objekten aus feuerverzinktem Stahlblech (170 x 150 x 240 cm und 380 x 170 x 140 cm (L x B x H)), getrockneten Disteln (bis 250 cm hoch), vier von der Decke hängenden Rolltreppenhandläufen und einen S/W-Ausdruck mit Sprayfarbe.

Die Installation „Dies alles, Herzchen, hat einmal uns gehört“ setzt sich mit den Veränderungen des öffentlichen Raumes auseinander. Die von uns geschaffenen Objekte aus gefaltetem Stahlblech verweisen einerseits auf die in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs präsenten Rolltreppenabdeckungen. Diese wurden installiert um nicht mehr in Betrieb befindliche Rolltreppen vor Vandalismus zu schützen. In ihrer Abwehrfunktion versinnbildlichen sie die raumgreifenden Veränderungen des öffentlichen Raumes. Andererseits greifen sie auch die Form der von Charlotte Posenenske 1967 geschaffenen Vierkantrohre der ‚Serie DW‘ auf, welche oft im öffentlichen Raum, unter anderem 1989 im Frankfurter Hauptbahnhof, ausgestellt wurden.
Der Titel der Arbeit ist eine Adaption des Ausstellungstitels „Dies alles, Herzchen, wird einmal dir gehören“. Diese Ausstellung, an der u. a auch Posenenske beteiligt war, fand 1967 in der Frankfurter Galerie Dorothea Loehr statt. Im Gegesatz zu Posenenskes Objekten befinden sich unsere Stahlobjekte in einem fragilen Gleichgewicht.
Ergänzt wird die Installation durch bis zu 2,50 Meter hohe getrocknete Silberdisteln, also Pflanzen, die für gewöhnlich auf Brachflächen beheimatet sind, und Handläufe von Rolltreppen, die in weichen Schwüngen vor den Wänden von der Decke hängen.
„Im Zusammenspiel der heterogenen Elemente der Installation, die bewusst auf den spannungsreichen Materialkontrast der Pflanzen, der maschinell gefertigten Stahlbleche und dem Hartgummi der Handläufe eingeht, eröffnet sich eine metaphorische Lesbarkeit auf Phänomene des aktuellen öffentlichen Raumes, der durch Abgrenzungen, Brachflächen, Ausschließungen und Verfall gekennzeichnet ist.“ (Felix Ruhöfer, Saaltext zur Ausstellung in der basis, Frankfurt 2008)

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