DIE ZEIT

Rauminstallation, 2000
25.82118 Quadratmeter ZEIT
Festival Junger Talente, Offenbach
Papier; Edding

Vorlage der Arbeit DIE ZEIT ist eine willkürlich gewählte Ausgabe der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT vom 16. März 2000. Erster Beweggrund das Printmedium auf eine andere Ebene zu transformieren ist die Vorstellung einer begehbaren Informationsquelle, ein Raumkörper, geschaffen aus geballter Menge. Wöchentlich gedruckte schriftliche Zweidimensionalität öffnet sich räumlicher Dreidimensionalität. Durch die Überführung gedruckter Schrift in die Handschrift auf Papier entsteht eine chronologische Umkehrung. Journalistische Notizen, flüchtig geschriebene Gedanken, Recherchen, Interviews, Meinungslagen und vieles mehr fliessen in die endgültig gedruckte Form ein. Die Zurückführung dieser Form in die Handschrift erlaubt den Blick auf das Volumen dieses Informationskörpers in organischer Form, wie auch auf dessen Details.
Durch die Aufhebung der Satzzeichen Komma und Punkt fliesst der gesamte Schriftkörper vom ersten Wort bis zum letzten durch, ohne organisatorische Momente der Unterbrechung und des Anhaltens. Handschrift ist sowohl äußerlich als auch in ihrem Inneren lesbar. Die Möglichkeit des Ausdrucks von Geschwindigkeit, Druck, Fluss, Erschöpfung, Aggression, Harmonie werden deutbar. Durch das Leerschreiben des Schreibgerätes entsteht im Gesamtbild der Rauminstallation zusätzlich eine Taktung, die, einer Atmung ähnlich, über 894 Din A4 Seiten das Einbauen aller Schwarz- und Grautöne aufgreift, die den Raum in Bewegung versetzen.

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