'bond'

Hof Niederholzhausen, Juli 2010

Die Arbeit „bond“ ist eine sich installierende Gruppierung gerollter, geschnürter, geweißter Pappe-Einheiten. Die Bedeutung des Titels ist vielschichtig: Von Verbindung, Verbundenheit, Versprechen, Verbindlichkeit über Bindemittel Klebebindung und Schweißstelle zu Obligation, Pfandbrief und Schuldschein. Verleimt – verpfändet – ausgehändigt. Die Einheiten aus Pappe muten mehr oder weniger vertrauenswürdig an; das für den Übergang, zum Transport und Schutz, hergestellte Material Pappe, ist hier mit sich selbst verschnürt. Zwischen den Seilen zerfällt das was geschnürt ist – Pappe ist rasch in Auflösung begriffen. Bond bedeutet auch Fesseln, sich das Wort zu geben ist aber vor allem eine Sache von Vertrauen: Dem Anderen zu vertrauen, der Sache zu vertrauen, sich ein Miteinander zuzutrauen. My word is my bond.

Die Installation „bond“ ist für die Kulturtage auf dem Hof Niederholzhausen entstanden, ein großer Vierseitenhof aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der Ort der Installation: Ein ehemaliger Ochsenstall um den sich tragische Geschichten von Folter und Selbstmord ranken. Die Vorbesitzer des Hofes im sog. Dritten Reich waren Hitler-treue Bauern und die Erben ließen den Hof mitsamt den Tieren verwahrlosen.
Die neuen Eigentümer des Hofes besteht aus nurmehr 2 Personen, ihre Erkenntnisse aus dem Prozess der Hofübernahme und der Gruppenzusammenstellung fassten sie unter den Begriff „Ich gebe dir mein Wort“, und gemeinsam mit der Künstlerin Cornelia Schlothauer wurden die Kulturtage konzipiert.