.............

Ausstellung vom 21. - 26. April 2011
basis-Projektraum Frankfurt/Main

Einführung von Dr. Rahel Hünig
(Auszug)

"Zwischen Destruktion und Rekonstruktion zeigt uns Kämmerer den Ruf des Weggeworfenen und für wertlos Befundenen, aufgehoben zu werden. Zaghaft und unerschrocken zugleich gelingt ihr ein in den Blick heben von Fragen nach dem Aufbau und der Geschichtlichkeit von uns vertrauten Bild-Räumen und ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen. Sie bedient sich dazu der Konfrontation von Strenge und Zufall, systematisch ordnenden und anarchisch sich als Fragmente wie zufällig durchs offene Fenster hineingewehte Federn zusammenfindenden Elementen.

Die oftmals absurd anmutende Nähe von traumhaft Schönem und Abgründigem erzeugt sie aus der Sperrigkeit der verwendeten ehemals oder zu anderem nützlicher Objektbestandteile wie bei den Installationen mit Leitzordnerteilen und Pfeifenputzern, Architekturmodelltrümmern mit Holzplatte und kleiner Zeichnung einer Tür wie auch bei der Fixierung eines kleinen gelben Hütchens versehen mit blauen „Achtung-ich-bin-blind-Punkten“ auf Sperrholz gepaart mit metallischem Gestänge und einem dreifachen Angelhaken.

Ob das, was so leicht aussieht so leicht bleibt, ob diese Leichtigkeit sich tatsächlich ohne Schwermut, Bitterkeit oder Verrenkungen den kleinen Objekten abtrotzen lässt? Das stereotype styroporne Schema eines Papageis, der nichts tun kann, als mit starren Blick stumpf aus mit weißer Wandfarbe überstrichenen Augen an die ebenso weiße Wand zu starren, vor der er auf einer leeren Batterie bereits verschossener Feuerwerkskörper sitzt, trifft messerscharf ins Schwarze dessen, was Humor gut sein kann: Kritik am eigenen gesellschaftlichen Milieu und seiner Lebenspraxis.

Ein Papagei, der nicht einmal mehr nachplappern kann, der Explosivität behauptet, jedoch statt in die Luft zu gehen nur droht, sein Gleichgewicht zu verlieren und vom Sockel zu kippen: Katja Kämmerer verlockt uns von ihrer Kunst zu schwärmen, doch statt unsere Seele heimelig zu wärmen stößt sie uns lächelnd hinaus auf dünnes Eis der Kritik am und im Medium des von uns so eben bedienten Kunstbetriebs. Nur eins scheint sicher: Dem, der sich zu selbstgewiss großen Mutes nähert, werden zarte Fallen gestellt für Auge und Geist zu stolpern und einzubrechen hinter die zufriedenen Fassaden, deren Putz heute nicht nur im white cube bröckelt."

(20. april 2011)

15 x 13 x1 cm - 2011
o.T.: 15 x 13 x1 cm - 2011

60 x 33 x 14 cm - 2011
o.T.: 60 x 33 x 14 cm - 2011

14 x 11 x 2 cm - 2011
o.T.: 14 x 11 x 2 cm - 2011


 


Ausstellungsansicht 

zur Finissage 26. April 2011
"Elisa & Anette" norweg. Duo: zur Finissage 26. April 2011

1760 x 71 x 53 cm - 2011
o.T.: 1760 x 71 x 53 cm - 2011

25 x 34 x 39 cm - 2011
o.T.: 25 x 34 x 39 cm - 2011

Maße variabel - 2011
o.T.: Maße variabel - 2011

100 x 15 x 16 cm - 2011
o.T.: 100 x 15 x 16 cm - 2011


Ausstellungsansicht