text: das bleibt alles in der familie

Alte schwarz/weiß Fotografien, die niemand mehr aufbewahrt, die ihre Zugehörigkeit verloren haben und auf Flohmärkten zu finden sind, dienen der Malerei als Basis. Die Schnappschüsse und Familienporträts der unbekannten Menschen sind Fragmente einer nicht mehr zu rekonstruierenden Lebensgeschichte. Das Eindringen in eine zuweilen intime familiäre Situation scheint die zeitliche und emotionale Distanz zu überwinden.
Durch die Übertragung in das Medium der Malerei erhalten die dargestellen Personen und Szenen eine bedeutungsvolle Präsenz, die sie so auf den Fotos nie hatten.
Die reduzierte Farbpalette, die ornamentale, flächige Gestaltungsweise, der Verzicht auf Details und die Verunklärung durch Verwischungen reißen die ehemaligen Fotografien aus ihrem Kontext und verhindern ein Einfühlen in die fremden Personen.
Die am Computer bearbeiteten Bildkompositionen geben den ursprünglichen Fotos eine neue Geschichte. Der Betrachter erhält lediglich einen Verweis auf die gesellschaftlichen, ritualisierten und traditionellen Gegebenheiten, innerhalb welcher die Fotos einst entstehen konnten.